Stand: 31 Mai 2007 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Finanzmanagement

Im Jahr 2007 hat EADS wichtige Maßnahmen ergriffen, um Herausforderungen und Risiken zu begegnen. Gleichzeitig haben wir wirtschaftliche und technologische Exzellenz unter Beweis gestellt, indem wir Chancen wahrgenommen und in Verkaufserfolge verwandelt haben. 2007 war in derTat dank eines günstigen Marktes und der Stärke unserer Produkte ein Rekordabsatzjahr. Dennoch bleibt viel zu tun, um die EADS wieder finanziell zu stärken.

Das Finanzergebnis 2007 ist nicht zufriedenstellend – es litt stark unter den Verlusten bei der A380 aufgrund von Verzögerungen, den Kosten für die Neueinführung der A350 XWB, der Rückstellung bei der A400M aufgrund der Verzögerung bei der Entwicklung und der Umstrukturierungsrückstellung für das Power8-Programm. Darüber hinaus haben die Schwäche des US-Dollars und die Erwartung eines Abschwungs den Kurs der EADS-Aktie belastet.

Die Geschäftsleitung hat auf mehreren Wegen auf diese Herausforderungen reagiert:

Zunächst einmal wurden Aufträge in Rekordhöhe verzeichnet: Airbus verzeichnete 1.341 Nettoaufträge und die Fluggesellschaften quittierten die Konkurrenzfähigkeit der A350 XWB mit 290 festen Bestellungen. Eurocopter erzielte mit 802 bestellten Hubschraubern ebenfalls einen neuen Rekord. Und schließlich wurde Astrium mit Aufträgen über acht Telekommunikationssatelliten zum ersten Mal Marktführer.

Dieses Rekordvolumen von insgesamt € 339,5 Mrd. sollte uns in den nächsten Jahren selbst in einem schwierigeren Markt Luft verschaffen. Darüber hinaus erwarten wir weitere positive Impulse aufgrund der Tatsache, dass wir von der U.S. Air Force – mit Northrop Grumman – ausgewählt wurden, um den KC -45 Tanker zu liefern.

Zweitens sichern wir uns laufend gegen die beispiellose Schwäche des US-Dollars ab. Der abgesicherte Teil unseres Risikos ist zwar zurückgegangen – hauptsächlich aufgrund der zahlreichen Aufträge und des sehr langfristigen Auftragsbuchs, insbesondere beim A350, er bietet uns jedoch über die nächsten Jahre Schutz und verschafft uns Zeit zu reagieren. Leider stellt die Schwäche des Dollars ein anhaltendes Risiko dar, gegen das Hedging alleine nicht ausreicht. Dieses Umfeld hat bei Programmen wie der A380 und der A350 zu einem neuen Phänomen geführt: Frühe Verträge im Fertigungsplan erleiden Verluste entlang der quartalsweisen Entwicklung des Dollarkurses. Folglich entwickeln wir Gegenmaßnahmen, die über unser Power8-Kosteneinsparungs- und Umstrukturierungsprogramm hinausgehen. Dies bedeutet unweigerlich drastische Maßnahmen und wir müssen insbesondere unsere Kostenbasis weiter am Dollar ausrichten, um weniger anfällig gegenüber Kursschwankungen zu werden.

Drittens profitiert die Geschäftsleitung von den Umstrukturierungs- und Kosteneinsparungsprogrammen. Eurocopter, Verteidigung und Sicherheit und Astrium haben alle erheblich zum operativen Ergebnis beigetragen. Aufgrund der starken Auftragslage erwarten wir ein weiteres profitables Wachstum. Die bestehenden Airbus-Programme sind weiterhin erfolgreich und das Power8-Programm lieferte 2007 gute erste Ergebnisse. Dies führte zu einer soliden Performance beim freien Cashflow und einer beispiellosen Netto-Cash-Position in Höhe von € 7 Mrd.: eine Kapitalerhöhung ist derzeit nicht vorgesehen.

Und schließlich initiierte Louis Gallois die Entwicklung von Vision 2020, um einen klaren Flugplan für die nächsten Jahre zu bekommen. Alle Geschäftsbereiche und Stabsabteilungen werden zur Umsetzung von Vision 2020 beitragen. Dies gilt auch für Corporate Finance. Die im Jahr 2007 von mir eingeführte Finance Improvement Initiative rationalisiert und integriert den Finanzbereich über die Geschäftsbereiche hinweg. Mein Finance Leadership Team und ich bemühen uns um Verbesserungen des Finanzprozesses, Transparenz, Effizienz und die Weitergabe von Best Practices. Unser Schwerpunkt liegt insbesondere auf der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen. Wir befassen uns außerdem mit Anreizsystemen, um Ehrgeiz und Wertschöpfung zu fördern, und achten verstärkt auf die effiziente Nutzung unserer Anlagen. Wir müssen unsere Vision so bald wie möglich umsetzen. Wir müssen die nicht aus dem Airbus-Programm stammenden Erträge steigern, unser Dienstleistungsangebot erweitern und die Globalisierung in unseren Geschäftsbetrieb integrieren. Ein proaktives Portfoliomanagement durch selektive Käufe und mögliche Veräußerungen von nicht zum Kernbereich gehörenden oder nicht strategischen Anlagen wird die Vision-Ziele weiter unterstützen.

Angesichts der Cash-Performance der Gruppe und trotz des verzeichneten Reinverlustes schlägt das Management Board der Jahreshauptversammlung eine Dividende von 12 Cent pro Aktie vor. Das Board erkennt zwar die turbulenten makroökonomischen Bedingungen und das aktuelle Kapitalmarktumfeld an, es möchte jedoch die Bedeutung der Loyalität der Aktionäre anerkennen und diese belohnen, und die Geschäftsleitung möchte ihre Zuversicht in die kurz- und mittelfristigen Aussichten von EADS zum Ausdruck bringen. Wir rechnen damit, dass für das gesamte Jahr 2008 die Bedingungen für eine substanzielle Dividende erfüllt werden.

Status: Dez. 2007