Stand: 29  August  2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Discovery bringt Forschungsanlagen von Astrium ins All

  • US Shuttle heute Morgen erfolgreich gestartet und auf dem Weg zur ISS
  • Ausbau wissenschaftlicher Versuche mit den Anlagen MSL und Declic
  • Konservierung der Ergebnisse in Spezialkühleinrichtung Melfi

Cape Canaveral, 29  August  2009

Astrium-Ingenieur Hubertus Stephan untersucht eine von vier Kühlkammer der Gefriereinrichtung Melfi-3 (Minus Eighty Degree Freezer). Melfi-3 wird mit einem der letzten Space Shuttle Flüge voraussichtlich Mitte 2010 zur Internationalen Raumstation ISS transportiert werden.

Astrium-Ingenieur Hubertus Stephan untersucht eine von vier Kühlkammer der Gefriereinrichtung Melfi-3 (Minus Eighty Degree Freezer). Melfi-3 wird mit einem der letzten Space Shuttle Flüge voraussichtlich Mitte 2010 zur Internationalen Raumstation ISS transportiert werden.

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© EADS

Das Space Shuttle Discovery ist heute erfolgreich von Cape Canaveral, Florida (USA), ins Weltall gestartet. Um 5:59 Uhr MESZ startete die Discovery (Mission STS-128) vom Kennedy Space Center und nahm Kurs auf die Internationale Raumstation ISS. An Bord des Shuttles befinden sich drei neue Experimentieranlagen, die unter der industriellen Führung des europäischen Raumfahrtunternehmens Astrium entstanden sind. Mit dem „Materials Science Laboratory (MSL)“ und der Anlage Declic (Fluidphysik) können die Besatzungsmitglieder der ISS ihre wissenschaftlichen Experimente weiter ausdehnen und vor allem Grundsatzfragen zur Herstellung neuer Legierungen und Halbleiter wie auch Fragen zu neuen Methoden zur Abwasserbehandlung untersucht werden.

Zur Aufbewahrung ihrer Arbeitsergebnisse transportiert die Discovery außerdem eine zweite Spezialkühleinrichtung Melfi-2 (Minus Eighty Laboratory Freezer) zur ISS. Melfi-1 ist an Bord der ISS seit 2006. Die Anlagen befinden sich in dem mobilen Logistikmodul Leonardo (MPLM) und werden am fünften Tag der Mission von den Astronauten an Bord der ISS gebracht.

Das Materials Science Laboratory (MSL)

Die MSL-Anlage wurde im Auftrag der europäischen Weltraumorganisation ESA von einem Konsortium unter der Leitung von Astrium (Friedrichshafen) entwickelt und gebaut.

Mit dem MSL sind die Astronauten in der Lage das Verhalten verschiedener Stoffe, wie Metall, Glas, Kristall oder Keramik, unter Weltraumbedingungen zu untersuchen. Dazu können in verschiedenen Ofeneinsätzen Proben unter genau kontrollierten Bedingungen aufgeschmolzen und erstarrt werden. Das Ziel der Forschung besteht in erster Linie darin, später im industriellen Maßstab Werkstoffe mit verbesserten Eigenschaften oder zu geringeren Kosten auf der Erde herstellen zu können.

Fluidphysik mit Declic

Declic (Dispositif d’Etude de la Croissance et des Liquides Critiques) ist ein Instrument zur Erforschung von Wachstumsprozessen und Flüssigkeiten am kritischen Punkt, ein bestimmter Temperatur- und Druckbereich, der den Zustand eines Stoffes zwischen den Aggregatzuständen flüssig und gasförmig beschreibt.

Von den Versuchen erhoffen sich Wissenschaftler neue Erkenntnisse für Metalllegierungen in der Raumfahrtindustrie und zur Lagerung von Raketen- und Satellitentreibstoff, aber auch Verbesserungen in der Abwasseraufbereitung auf der Erde. Declic soll außerdem Erkenntnisse für die bemannte Raumfahrt liefern, hinsichtlich der Aufbereitung von menschlichen, pflanzlichen oder anderen organischen Abfallstoffen.

Die Forschungsanlage Declic wurde von Astrium Aquitaine für die französische Raumfahrtagentur CNES entwickelt und gebaut.

Echt cool - der Minus Eighty Degree Freezer Melfi

Astrium Friedrichshafen entwickelte und baute für die ESA drei Einheiten des "Minus 80° Celsius Labor-Gefriergeräts Melfi". Die erste Einheit wurde im Juli 2006 mit der Mission STS-121 zur ISS gebracht. Seitdem arbeitet Melfi-1 sehr erfolgreich und störungsfrei. Die Kühleinrichtung friert und konserviert biologische und medizinische Proben für die Wissenschaft. Die Proben menschlichen, tierischen und pflanzlichen Ursprungs werden nach ihrem Rücktransport zur Erde von Wissenschaftlern analysiert.

Die von Astrium entwickelte „Kühlschrank-Flotte“ Melfi besteht insgesamt aus drei Einheiten. Die dritte Einheit befindet sich derzeit noch bei Astrium in Friedrichshafen, wo die letzten Integrations- und Testarbeiten durchgeführt werden, bevor sie im September zum Kennedy Space Center ausgeliefert wird. Mit Unterstützung von Astrium-Ingenieuren erfolgen dort weitere Tests und die Startvorbereitungen. Melfi-3 soll dann mit einem der letzten Shuttle-Flüge, Mitte 2010, zur ISS gelangen.

Über Astrium

Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2008 erreichte Astrium einen Umsatz von 4,3 Milliarden € und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2008 lag der Umsatz bei rund 43,3 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 118.000.

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