Astrium, Europas führendes Raumfahrtunternehmen, führt eine Studie für ein künftiges europäisches Transport-System ARV (Advanced Re-entry Vehicle) im Auftrag von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) durch. Dabei sollen die Anforderungen an ein solches System zum Transport von Fracht zur Internationalen Raumstation (ISS) und zurück zur Erde ebenso untersucht werden wie die einzelnen Schritte zur Umsetzung eines solchen Programms. Das Gesamtvolumen des ARV-Programmstudie der ESA beträgt 21 Millionen Euro.
„Als industrieller Generalunternehmer für Columbus und ATV hat sich Astrium herausragende Kompetenzen aufgebaut und wird auf dieser Basis die Entwicklung eines Raumfrachters zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre untersuchen“, sagte Dr. Michael Menking, Leiter Orbitale Systeme und Space Exploration. „Der erste Demonstrationsflug eines europäischen unbemannten Transportsystems auf ATV Basis wäre 2016 realisierbar.“
Hintergrund ist, dass dem europäischen Raumtransporter künftig die Fähigkeit gegeben werden soll, wieder sicher zur Erde zurückzukehren. Heute verglüht der Raumtransporter beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Dieser Entwicklungsschritt wäre auch deshalb sinnvoll und notwendig, weil es nur noch begrenzt möglich sein wird, Material von der Raumstation zur Erde zurückzubringen, sobald die Amerikaner 2010 ihre Shuttle-Flüge einstellen werden. Dann steht lediglich noch die russische Sojus-Kapsel für den Rücktransport von Material und Menschen von der ISS zur Erde zur Verfügung.
Auf der ESA-Ministerratssitzung im November 2008 haben die Mitgliedstaaten eine Serie von neuen Programmen im Rahmen der Weltraumforschung beschlossen. ARV ist eines dieser Programme und soll über 18 Monate laufen, während Phase-A-Studie von Astrium erstellt wird. ESA hat entschieden, den Vertrag direkt an Astrium zu geben, da das Unternehmen über ein einzigartiges Know-how und Erfahrung auf diesem Gebiet hat.
Die Studie spiegelt Europas Position als kompetenter Partner bei der Entwicklung von automatischen Raumtransportern für die Versorgung der ISS: ARV ist eine Weiterentwicklung von ATV, das in 2008 erfolgreich zur Internationalen Raumstation geflogen ist. Aufbauend auf den Untersuchungen von verschiedenen Möglichkeiten für den Transport von Fracht zur Internationalen Raumstation (ISS) und zurück zur Erde könnte es künftig auch um die zusätzliche Möglichkeit gehen, mit dem ARV Astronauten ins All und sicher wieder zurück zur Erde zu bringen.
Astrium, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EADS, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2008 erreichte Astrium einen Umsatz von 4,3 Milliarden € und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Astrium Space Transportation für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Astrium Satellites für Satelliten und Bodensegmente sowie Astrium Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.
EADS ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2008 lag der Umsatz bei rund 43,3 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 118.000.