Stand: 15  Dezember  2006 Weiterempfehlen DruckenDrucken
 

Kapazitätsanpassungen bei Astrium Raumfahrt-Infrastruktur

Bremen, 20  November  2002

  • Weltweit schwierige Auftragslage hat Auswirkungen auf die deutsche Raumfahrt-Industrie
  • Astrium Raumfahrt-Infrastruktur baut 280 Stellen bis Ende 2004 ab
  • Standort Bremen mit knapp 200 Stellen betroffen

Der Bereich Raumfahrt-Infrastruktur des europäischen Raumfahrtunternehmens Astrium baut 280 Stellen ab. "Es sind im wesentlichen vier Gründe, die uns zu diesem Schritt zwingen“, sagte Josef Kind, Astrium-Vorstandsmitglied Raumfahrt-Infrastruktur am Mittwoch anlässlich einer Betriebsversammlung in Bremen. "Die Produktion der Ariane-4 läuft aus. Die Nachfrage nach Satellitentransporten geht zurück, was bedeutet, dass wir weniger Ariane-5-Stufen zu deutlich niedrigeren Preisesn produzieren als geplant. Das Columbus-Programm wird 2004 abgeschlossen. Schließlich wirkt sich auch die Verzögerung der Auftragserteilung für den industriellen Betrieb der europäischen Anteile an der Internationalen Raumstation negativ auf unser Geschäft aus."

Der Schwerpunkt der Anpassungsmaßnahmen liege mit knapp 200 Stellen am Astrium-Standort Bremen. Aber auch die Raumfahrt-Infrastruktur-Bereiche an den Standorten Ottobrunn, Lampoldshausen und Trauen seien betroffen, so Kind weiter. Der Stellenabbau soll bis Ende 2004 beendet sein.

Weltweit wird es für die Raumfahrtbranche immer schwieriger sich zu behaupten. Der Markt für Telekommunikation ist stark geschrumpft. Stagnierende oder rückläufige Raumfahrt-Budgets der öffentlichen Haushalte und die wieder aufgeflammten Diskussionen um bereits beschlossene Großprojekte wie die Internationale Raumstation oder Galileo sind Gründe für die derzeitige problematische Lage der Branche.

Gemeinsam mit den Betriebsräten finden derzeit bei Astrium Gespräche statt, mit welchen Maßnahmen diese Anpassungen realisiert werden können. Beide Seiten sind sich darüber einig, dass der Abbau nach Möglichkeit sozialverträglich ohne betriebsbedingte Kündigungen vollzogen werden soll. "Eine Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Mitarbeiter auch bereit sind, neue Aufgaben am jeweiligen Standort oder an anderen Standorten innerhalb des EADS-Konzerns zu übernehmen", sagte Kind.

Mit den jetzt notwendigen Kapazitätsanpassungen werde das Unternehmen gestärkt und bleibe am Markt wettbewerbsfähig. Das weltweit anerkannte Know how der Mitarbeiter sowie die hervorragende Qualität der Dienstleistungen und Produkte werde sich langfristig am Markt durchsetzen, betonte Kind.

Astrium, Europas führender Raumfahrtkonzern, ist ein Gemeinschaftsunternehmen der EADS (75 Prozent) und BAE SYSTEMS (25 Prozent). Astrium Raumfahrt-Infrastruktur entwickelt und betreibt Weltraumlabore und Experimentieranlagen, entwickelt Stufen und Antriebe für die Ariane-Familie sowie Antriebssysteme für Satelliten. Astrium Raumfahrt-Infrastruktur hat im Jahr 2001 mit 3.000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp EUR 700 Millionen erwirtschaftet.

Bremen, 20. November 2002

Ihre Ansprechpartnerin:
Astrium Raumfahrt-Infrastruktur
Kirsten Leung
Telefon: 0421-539-5326 / Fax: 0421-539-4534

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