Stand: 05 Mai 2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken

Morane-Saulnier Typ N (1915)

Morane-Saulnier Typ N

Morane-Saulnier Typ N

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© EADS

Die Ursprünge dieses einsitzigen Jagdflugzeuges reichen bis ins Jahr 1912 zurück, als Morane-Saulnier gemeinsam mit dem bekannten Flieger Roland Garros einen 60-PS Renneindecker entwarf. Er sollte das Ausgangsmuster einer ganzen Reihe ähnlicher Flugzeugentwürfe werden. Die erste Morane-Saulnier Typ N wurde im Juni 1914 von Roland Garros in Österreich anlässlich eines Flugmeetings in Wien – Aspern öffentlich vorgeführt. Sie war schnell, jedoch nicht einfach in der Handhabung - genau wie ihre meist als Rennflugzeuge konzipierten Vorgänger. Kurz nach Kriegsbeginn begann man sie für die militärische Verwendung zu optimieren und entwickelte sie konsequent zu einem Jagdflugzeug weiter, so dass die Morane-Saulnier Typ N getrost als erster französischer Jäger bezeichnet werden darf. Als solcher konnte er dann auch mit einigem Erfolg eingesetzt werden.

Morane-Saulnier Typ N

Morane-Saulnier Typ N

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Die ersten Maschinen kamen Anfang 1915 an die Front. Unklar ist bis heute, wie viele Exemplare tatsächlich gebaut worden sind, aber mehr als 50 waren es allem Anschein nach wohl nicht. Wegen der Form des bulligen Propellerspinners bekam das Muster schnell mehrere Spitznamen wie "Schmorpfanne" oder "Bullet", wie sie die Briten nannten, nachdem das Royal Flying Corps (RFC) die ersten seiner insgesamt 24 Maschinen dieses Typs erhalten hatte. Die russischen Streitkräfte stellten ebenfalls 1915 etwa 20 Morane-Saulnier Typ N in Dienst. Zu einer geplanten Lizenzproduktion in Russland kam es jedoch nicht. Die Franzosen ersetzten schon Ende 1915 ihre Maschinen im Frontdienst durch modernere Jagddoppeldecker, die wendiger, leichter zu fliegen und vor allem meist effektiver bewaffnet waren. Die Briten zogen bis Oktober 1916 nach, nur in Russland blieben die Maschinen noch bis wenigstens Juli 1917 im aktiven Dienst.

Der in Holzbauweise ausgeführte Schulterdecker Morane-Saulnier Typ N besaß einen kreisförmigen Rumpfquerschnitt, dem das Flugzeug zusammen mit dem bulligen Spinner seine charakteristische stromlinienartige Form verdankte. Der gesamte Rumpf und das Tragwerk waren stoffbespannt. Das Leitwerk war freitragend mit einem geteilten Seitenruder, dessen Ruderfläche nach unten überstand.

Das wirklich besondere an der Morane-Saulnier Typ N war ihre Bewaffnung, die von März 1915 an bei den französischen Maschinen aus einem durch den Propellerkreis feuernden 8 mm Hotchkiss MG bestand. Jedoch konnte die Schussfolge – ähnlich wie bei dem von den Briten zunächst verwendeten Lewis MG – auf Grund der Waffenfunktionsweise nicht vollständig mit der Propellerdrehzahl synchronisiert werden. Zum Schutz vor dadurch irrgeleiteten Kugeln hatten die Luftschraubenblätter Aufsätze aus Stahlblech, die als Geschossabweiser dienten. Ein fast ebenso großes Problem war die Munitionszuführung und das Nachladen der Waffen sowie die Entsorgung der leeren Geschosshülsen während des Fluges. Unter diesen Gesichtpunkten betrachtet waren eigentlich alle Morane-Saulnier Typ N mehr oder weniger Versuchsmuster. Denn an so gut wie jeder Einsatzmaschine nahmen Piloten und Mechaniker individuelle Modifikationen vor, um diese Probleme irgendwie in den Griff zu bekommen. Wirklich gelungen ist es aber nie. Einige britische Typ N wurden später auf ein verlässlich synchronisiertes Vickers MG umgerüstet, so dass wenigstens die Geschossabweiser entfallen konnten.

Technische Daten

Morane-Saulnier Typ N (1915)

Typ: einsitziges Jagdflugzeug
Triebwerk: ein luftgekühlter Siebenzylinder Le Rhône 9c Umlaufmotor mit 58,8 kW (80 PS) Leistung

Leistung

Höchstgeschwindigkeit: 144 km/h
Reichweite: 185 km
Dienstgipfelhöhe: 4.000 m

Gewicht:

Leermasse: 288 kg
Max. Startmasse: 444 kg

Abmessungen:

Länge: 5,83 m
Höhe: 2,25 m
Spannweite: 8,146 m
Tragflügelfläche: 11 qm
Besatzung: 1 Person

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