Stand: 21  September  2009 Weiterempfehlen DruckenDrucken

Beschreibungen

Kommunikationssatellit ECS

Kommunikationssatellit ECS

Kommunikationssatellit ECS

402 x 239 pix, 106kByte
© EADS

Die Satelliten der ECS-Serie (European Communications Satellite) stellten ein revolutionäres Programm dar: Es war die erste Generation europäischer operationeller Kommunikationssatelliten und waren die ersten Relaisstationen im Weltraum. Zuerst wurden Testsatelliten unter der Bezeichnung OTS (Orbital Test Satellite) entwickelt und waren für eine geostationäre Umlaufbahn konzipiert. Das damals revolutionäre Konzept bestand darin, dass die Satelliten aus einem Versorgungs- und einem Nutzlastmodul bestanden. Das Versorgungsmodul war mit der Energieversorgung und der Lage- und Bahnreglung ausgerüstet. Zu diesem Grundbaustein konnte schnell ein kostengünstiges Nutzlastmodul mit spezifischen Systemen hinzugefügt werden. Heute arbeiten alle Kommunikationssatelliten nach diesem Baukastensystem.

Zudem war ECS der erste Satellitentyp, der einen 16 Bit-Mikroprozessor an Bord hatte. Die von der EADS-Vorgängergesellschaft Matra gebaute Satellitenserie arbeitete zuverlässig bis 2002 im All.

Symphonie

Der Satellit entstand in deutsch-französischer Gemeinschaftsarbeit und sollte der Einstieg in den Markt der Kommunikationssatelliten sein. Erstmals verfügte ein Satellit über schnell rotierende Schwungrädern – dem so genannten Drallrad – die den Satelliten in drei Achsen stabilisierte. Eine weitere Neuigkeit war der erste Einsatz von faltbaren Sonnenpanelen. Damit konnte die Leistung um 20 Watt gesteigert werden.
Ein Novum war der erste Einsatz eines Flüssigkeitstriebwerks für den Apogäumsmotor. Diese 400 Newton-Triebwerke wurden zu einem Standardantrieb für die verschiedensten Raumfahrzeuge. Zudem ersetzte ein 10 Newton-Zweistofftriebwerk das übliche Einstoff-Kaltgassystem.

Zum ersten Mal kamen auch Antennen zum Einsatz, die nur eine kleine Fläche auf der Erde ausleuchten konnten, womit die Bodenantennen klein gehalten werden konnten.

TV-SAT/TDF1

Dieses deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt war ein Qualitätssprung in der Sendetechnik aus dem Weltraum: Die Satelliten waren mit einer so genannten Wanderfeldröhre ausgerüstet. Damit konnte die abgestrahlte Sendeleistung um das zehnfache gegenüber den bisherigen Nachrichtensatelliten erhöht werden. Somit war es möglich, dass jeder Haushalt mit einer kleinen Parabolantenne den Satelliten direkt „anzapfen“ konnte.

Zudem waren die Satelliten mit den riesigen Solarzellenpanelen ausgerüstet, die die gigantische Leistung von 3000 Watt erzeugten.

Die Satelliten basierten auf der von der EADS-Vorgängergesellschaft Aerospatiale entwickelten Satellitenplattform Spacebus 300. Die Satelliten wurden 1987/1988 gestartet.

DFS Kopernikus

Ein Novum in der Satellitentechnologie brachten die deutschen Kopernikus-Satelliten DFS: Mit neuen Frequenzbereichen konnten zum ersten Mal im digitalen Fernmeldedienst Übertragungsgeschwindigkeiten erreicht werden, die das erdgebundene Netz nicht zu Verfügung stellen konnte. Neben Fernmeldediensten war nun auch eine flächendeckende Einspeisung von Fernsehprogrammen in die öffentlichen Kabelnetze möglich geworden. Die direkt strahlenden Fernmeldesatelliten wurden 1989, 1990 und 1992 gestartet.

Solarzellen am Fließband

Satelliten, die im erdnahen Orbit operieren sind mit Solarzellen ausgerüstet, die die Energieversorgung sicherstellen. EADS hat sich auf diesem Gebiet eine führende Marktposition erobert. War früher die Produktion von Solarzellen mehr von Einzelstücken geprägt, konnte mit den Satellitensystemen Globalstar und Galileo eine Serienproduktion aufgelegt werden. Bei den Globalstar-Satelliten für ein weltweites Mobilfunknetz wurden für 76 baugleiche Satelliten insgesamt 152 Solargeneratoren produziert.

Auch für das weltweite Satellitennavigationssystem Galileo wird die EADS die 30 Satelliten mit den Solargeneratoren ausrüsten.

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