Verantwortung in der GesellschaftDie EADS nimmt ihre Verantwortung in der Gesellschaft (Corporate Social Responsibility, CSR) sehr ernst. Mit dem Ziel, diese noch besser umzusetzen, haben wir im Jahr 2004 einen Katalog konzernweiter Richtlinien erstellt. Dieser baut auf unseren bereits strengen Normen auf. Mit dem Anfang 2005 bewilligten neuen CSR-Regelwerk wird das Unternehmen den höchsten Ansprüchen in seiner Branche gerecht werden, künftigen Gesetzen entsprechen und die hierbei erzielten Erfolge in klarer Form kommunizieren können. Dieser Schritt unterstreicht unser Engagement als Unterzeichner der UN-Initiative ”Global Compact“, die zehn Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitsrecht, Umweltschutz und Korruptionsabwehr festschreibt und der wir uns 2003 angeschlossen haben. Die EADS verwirklicht diese Prinzipien in ihrer Strategie, in ihrer Unternehmenskultur und im Tagesgeschäft. Wir erwägen, an den Initiativen und Programmen von Global Compact in verschiedenen Ländern teilzunehmen. Die Regeln und Richtlinien der EADS folgen dem CSR-Leitgedanken. Zur Messung und Dokumentation unserer Aktivitäten in diesem Bereich führen wir zurzeit zentrale Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) ein, die wir nach und nach ergänzen. Die entsprechenden Leistungen werden wir intern wie auch extern publizieren. Besonders als Unternehmen im Verteidigungssektor muss sich die EADS ganz spezifischen CSR-Fragen stellen. Unsere Position hierzu lautet: Unsere Produkte und Dienstleistungen für Verteidigungszwecke erhöhen die Sicherheit vieler Nationen; bei der Ausübung unserer Geschäftstätigkeit befolgen wir die von verantwortungsvoll handelnden Regierungen verabschiedeten Gesetze (Rüstungsexportgesetze, Embargo-Bestimmungen, Ottawa-Abkommen, Korruptionsabwehr) lückenlos. Unsere gesellschaftliche Verantwortung ist darüber hinaus die logische Konsequenz unserer Aktivitäten und unserer Organisation: Angesichts der langen Lebenszyklen unserer Produkte von durchschnittlich 30 Jahren ist eine langfristige CSR-Vision unabdingbar. Ebenso betont die dezentrale Konzernstruktur den hohen Stellenwert unternehmensweit abgestimmter CSR-Vorgänge. Das vom Corporate Secretary koordinierte Projekt haben wir in drei Phasen realisiert. In der ersten Phase erfasste das Projektteam das CSR-Umfeld der EADS, also die aktuelle Gesetzeslage und die Standards vergleichbarer Unternehmen. In der zweiten Phase ermittelte es die CSR-Praxis der EADS und definierte gemeinsame Richtlinien. In Phase drei schließlich wurden ein internes Berichtswesen und ein externes Kommunikationssystem geschaffen sowie quantitative und qualitative KPIs beschlossen. Anfang 2005 genehmigten die Chief Executive Officers die Projektempfehlungen. Fallstudien
Politische AktivitätenDie neuen CSR-Richtlinien betreffen fünf Verantwortungsbereiche:
Umsetzung in die PraxisDie Richtlinien aller Kategorien werden über spezielle Organisationsstrukturen umgesetzt und von Verfahrensanweisungen begleitet, die fortlaufend an die Entwicklung der Richtlinien angeglichen werden. Im Einzelnen heißt dies: Die Normen zur Sicherung der Unternehmensethik werden von internationalen Organisationen erstellt. Sie geben Empfehlungen zur transparenten Auswahl von Geschäftspartnern, zu einer angemessenen Vergütung für erbrachte Leistungen und zur Beobachtung von Vertragsbeziehungen. Zusätzlich ist die Rechtsabteilung der EADS in Abstimmung mit den Geschäftsbereichen und -einheiten für die Umsetzung und Überwachung der Normen zuständig. Damit soll sichergestellt werden, dass die Aktivitäten der EADS mit jeglichen geltenden Gesetzen, Vorschriften und Anforderungen im Einklang stehen. Internationale Rechtskonformität soll uns noch stärker auszeichnen. Die Schulungen in internationaler Rechtskonformität wurden im Jahr 2004 noch weiter intensiviert, um die aktive Vorbeugung gegen Korruption zu unterstützen. Für Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen mit weltweiter Marktpräsenz ist internationale Rechtskonformität allgemein ein Thema, und auch hier schneidet die EADS im Vergleich gut ab, wie eine 2004 durchgeführte Analyse ergab. Anlässlich der Konferenz des International Compliance Programme (ICP) am 14. Oktober 2004 kamen Vertreter der Geschäftseinheiten und von EADS International überein, dass die Verbesserung der Schulungsmaßnahmen für eine Umsetzung des ICP in den Geschäftseinheiten vorrangig ist. Im Jahresverlauf 2004 fanden mehr als 20 Schulungen statt. Die von den Konzernprüfern empfohlenen Änderungen der ICP-Regeln werden in das Schulungsprogramm 2005 einfließen. Für nachhaltiges Wachstum sorgen drei Hauptakteure: Vom Chief Quality Officer erhalten die Geschäftseinheiten Anregungen, Betreuung und Unterstützung. Auf diese Weise sollen die Termintreue und die hohen Qualitätsstandards kontinuierlich verbessert werden mit dem Ziel, das Vertrauen der Kunden in die EADS zu erhöhen. Die Innovationsstrategie umfasst zentrale und dezentrale Elemente. Das Forschungs- und Technologienetzwerk leitet gemeinsam mit dem Corporate Research Centre die Zentralinitiativen, während die Geschäftseinheiten Produkte und Lösungen für spezifische Kundenbedürfnisse entwickeln. Der konzernweite Einkauf wiederum rekrutiert, integriert und optimiert die weltweit besten Zulieferer. Dies schafft Wettbewerbsvorteile für die EADS. Kunden sollen uns noch mehr Vertrauen schenken. Im Rahmen einer neuen Initiative für höhere Qualität und betriebliche Spitzenleistungen führt die EADS derzeit einen innovativen Ansatz zur Pflege von Kundenbeziehungen ein. Dieser Ansatz zielt darauf ab, das Vertrauen der Kunden in unsere Fähigkeit zur laufenden Erfüllung ihres Bedarfs weiter zu stärken und so ihre Loyalität zu steigern. Hierbei soll das bereits hohe Vertrauen unserer Kunden in die Geschäftsbeziehung weiter untermauert werden; durch ständige Optimierung wollen wir Vorteile für beide Seiten erzielen. Der Geschäftsbereich Militärische Transportflugzeuge (MTA) hat bei der Umsetzung dieses Dialogs mit seiner weltweiten Kundschaft die Führung übernommen. Ende 2004 wurde die Planungs- und Entwurfsarbeit abgeschlossen. Als Nächstes werden MTA-Mitarbeiter eine Reihe strukturierter Kundenbefragungen durchführen sowie anhand der Ergebnisse Aktionspläne erstellen und einführen. 2005 wird diese Vorgehensweise auf den gesamten Konzern ausgedehnt. Beim Umweltschutz harmonisiert die EADS derzeit das Berichtswesen und die Standards aller ihrer Werke. Sie investiert laufend in Forschungs- und Entwicklungsprojekte und verbessert so die Prozesse in ökologischer Hinsicht. Umweltfragen zu behandeln ist Aufgabe der Geschäftseinheiten und Standorte. Gute Arbeitsbeziehungen zu schaffen fällt in den Verantwortungsbereich des zentralen Personalwesens, das für die EADS als integriertem Konzern Mitarbeiter von Weltklasse anwirbt, fortbildet und an das Unternehmen bindet. Zudem fördern spezifische Initiativen deren berufliche Vielfalt und Entwicklung. Fragen der Arbeitsgesundheit und -sicherheit werden nach geltendem nationalem Recht auf Standortebene behandelt. Um den Arbeitsschutz ihrer Belegschaft zu erhöhen und ihre Kompetenzen zu bewahren, hat die EADS eine Sicherheits-Richtlinie erstellt. Frauen sollen bei uns gleiche Chancen haben. Die Gleichstellungspolitik der EADS hat 2004 mit zwei Initiativen für die verstärkte Anwerbung von Frauen Fortschritte gemacht: Der Konzern hat sich verpflichtet, bei den jährlichen Neueinstellungen von Hochschulabgängern in Ingenieursberufen einen Frauenanteil von mindestens 20 Prozent zu erreichen und an Schulen sowie Bildungseinrichtungen aktiv für die Luft- und Raumfahrtindustrie als weibliche Arbeitswelt zu werben. Die Gleichstellung am Arbeitsplatz wird unter anderem durch Systeme gesichert, die die gleiche Entlohnung von Männern und Frauen mit gleicher beruflicher Erfahrung, Kompetenz und Qualifikation gewährleisten. In Frankreich hat der Konzern im Juni ein entsprechendes Abkommen mit Gewerkschaften unterzeichnet. Mit anderen Worten: Das Abkommen bezweckt die verstärkte Rekrutierung von Frauen, die Erhöhung ihres Anteils in traditionellen Männerberufen und ihre gesicherte Gleichbehandlung. Ähnliche Initiativen laufen in Deutschland, Großbritannien und Spanien. Was die Corporate Citizenship betrifft, ist die EADS in Form von Schirmherrschaften, Spenden oder Partnerschaften vielfältig aktiv. Beim Aufbau ihrer Global Industrial Strategy berücksichtigt sie an den jeweiligen Unternehmensstandorten auch die möglichen Auswirkungen von Geschäftsbeziehungen sowie den lokalen Entwicklungsstand vor Ort. Ethikkodex
Im Rahmen des CSR-Prozesses wird auch ein Ethikkodex formuliert. Bereits unser erster Ethikkodex, den wir vor vier Jahren erstellt haben, betonte die tragenden Werte für die Integration verschiedener Unternehmen zu einem geschlossenen Konzern. Unser neuer Ethikkodex wird Anleitungen zum korrekten Verhalten aller Mitarbeiter im Tagesgeschäft enthalten. Ferner wird er die Grundsätze moralischen Verhaltens festlegen – für das Personalwesen (Repräsentation, Gleichstellung), für die geschäftlichen Aktivitäten (Auslandsgeschäfte, Verhalten im Wettbewerb), für den Schutz des Konzerneigentums und der Umwelt sowie für Schirmherrschaften und Sponsorentätigkeiten. Eine konsequente Informationskampagne wird die Mitarbeiter sensibilisieren. Sie soll ihr Bewusstsein für die Wichtigkeit moralischen Geschäftsgebarens schärfen und ihnen fundamentale Werte vermitteln. Unsere Verantwortung in der ZukunftSpezielle Aktionspläne konkretisieren die Erstellung und Umsetzung aller Richtlinien; so lassen sich die Fortschritte bei der Umsetzung von Best Practices und Gesetzesvorschriften konzernweit überwachen. Details zu CSR-Richtlinien, -Verfahren und -Erfolgen sind im EADS-Geschäftsbericht 2004, Dokument 3, enthalten. |
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